Einblick

Die Anfänge

Wie alles begann

Man schrieb das Jahr 1989, als sich bei zwei Theaterworkshops der VHS Leonberg (Leitung: Oliver Hockl) die Wege mehrerer Menschen kreuzten, die nicht nur anderen beim Theaterspielen zusehen mochten, sondern lieber selbst Theater machen wollten. Also gründete man eine freie Theatergruppe, der man den Namen
Vollmondtheater gab – in Anlehnung an die mehr oder minder gesicherte Tatsache, dass bei Vollmond manchmal merkwürdige Dinge geschehen – und zumindest bemerkenswerte Stücke wollte die Gruppe auf die Bühne bringen.

Nach zwei Aufführungen unter der Regie von Oliver Hockl zog man mit einigen kleinen, selbst inszenierten Stücken – beispielsweise von Loriot oder auch einem Theaterstück für Kinder – durch die Lande. Bei allem Engagement und aller Freude am Theaterspiel merkte man jedoch bald, dass man ohne festeren organisatorischen Rahmen weit unter den eigenen Ansprüchen blieb. Fehlende Proben- und Auftrittsmöglichkeiten erschwerten zudem ein kontinuierliches Arbeiten.

Glücklicherweise war die Volkshochschule Leonberg bereit, die Rolle des Retters in der Not zu übernehmen. Sie nahm die Theatergruppe in ihr Kursprogramm auf und finanzierte den Regisseur aus dem Marketing-Etat. Außerdem konnte das Amt für Kultur und Sport der Stadt Leonberg als weitere Stütze gewonnen werden. Durch die Zusammenarbeit steht das „Theater im Spitalhof“ für Proben und Aufführungen zur Verfügung.

Nun endlich konnte man sich voll und ganz der Theaterarbeit zuwenden. Dank der Unterstützung diverser Regisseure entwickelte sich die Gruppe kontinuierlich weiter und brachte meist pro Jahr ein Stück zur Aufführung (Rückblick). Zwar gab es über die Jahre viele Wechsel in Ensemble und Regie, in seiner Existenz war das Vollmondtheater aber nie gefährdet. So konnte man 2026 immerhin schon das 35. Bestehen feiern.

Was wir tun

Neben der klassischen Probenarbeit, Sprech- und Stimmtraining wird beim Vollmondtheater besonders Wert gelegt auf die Erarbeitung des „Handwerkszeugs“ der Schauspieler. Theater ist mehr als nur nachgespielte Wirklichkeit. In Improvisationsübungen stehen demzufolge die Möglichkeiten jedes Spielers im Blickpunkt, sich selbst und andere zu entdecken, sich auszudrücken und auf den Ausdruck der anderen zu reagieren. Theater soll mehr sein, als einen fertigen Text einzustudieren und dem Publikum vorzutragen. Theater ist eine sinnlich-kreative Form auf dem Weg zu sich selbst und zum anderen.

Wenn allerdings gegen Ende des Sommersemesters die Entscheidung für ein Stück gefallen ist, verschiebt sich der Schwerpunkt auf die Erarbeitung der einzelnen Rollen, wobei auch hier zumindest in der Annäherungsphase mit unterschiedlichen Ausdrucksformen experimentiert wird. Rollen werden nicht nur auf der Grundlage des Textes erarbeitet. Mithilfe von Intuition, Assoziation und Improvisation versucht jeder Schauspieler Zugang zum Stück und zu seiner Rolle zu finden. Stärken und Schwächen zu entdecken, zu korrigieren und in die jeweilige Rolle zu integrieren ist dabei Aufgabe des Regisseurs.

Doch nicht nur die Rollen sind zu erarbeiten, auch das Bühnenbild und die Kostüme müssen entworfen und hergestellt, passende Musik gefunden, die Beleuchtung geplant werden, damit eine rundum sehenswerte Inszenierung entstehen kann.

Alternativ-Text

Unsere Geschichte

Alles begann im Jahr 1989. Bei zwei Theaterworkshops der Volkshochschule Leonberg unter der Leitung von Oliver Hockl lernten wir uns kennen – und stellten schnell fest, dass wir nicht nur gerne Theater anschauen, sondern vor allem selbst spielen wollten. Aus dieser gemeinsamen Begeisterung entstand das **Vollmondtheater**.

Unser Name ist kein Zufall: Er spielt augenzwinkernd auf die mehr oder minder gesicherte Erkenntnis an, dass bei Vollmond manchmal merkwürdige Dinge geschehen. Und genau solche besonderen Momente wollten wir auch auf der Bühne schaffen.

Nach unseren ersten beiden Aufführungen unter der Regie von Oliver Hockl folgten kleinere, selbst inszenierte Produktionen. Mit Stücken von Loriot, einem Kinderstück und weiteren Projekten waren wir unterwegs und sammelten wertvolle Erfahrungen. Gleichzeitig wurde uns bewusst, dass Leidenschaft allein nicht ausreicht. Ohne eine feste organisatorische Basis, geeignete Probenräume und regelmäßige Auftrittsmöglichkeiten konnten wir unsere Ideen nur eingeschränkt verwirklichen.

Zum Glück fanden wir starke Partner an unserer Seite. Die Volkshochschule Leonberg nahm uns in ihr Kursprogramm auf und finanzierte die Regie. Gleichzeitig unterstützte uns das Amt für Kultur und Sport der Stadt Leonberg. Seitdem ist das **Theater im Spitalhof** unser Zuhause – ein Ort, an dem wir proben, gestalten und unsere Stücke aufführen können.

Mit dieser Unterstützung konnten wir uns ganz auf das konzentrieren, was uns verbindet: Theater. Gemeinsam mit unterschiedlichen Regisseurinnen und Regisseuren haben wir uns stetig weiterentwickelt und in der Regel jedes Jahr eine neue Produktion auf die Bühne gebracht. Natürlich hat sich unser Ensemble im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Menschen kamen hinzu, andere verabschiedeten sich. Doch eines ist geblieben: unsere Freude am gemeinsamen Theaterspielen. So durften wir 2026 bereits unser 35-jähriges Bestehen feiern.

## Was uns ausmacht

Theater ist für uns weit mehr als das Einstudieren eines Textes. Es ist Kreativität, Begegnung und gemeinsames Erleben. Deshalb gehören neben Proben sowie Sprech- und Stimmtraining auch Improvisation und Schauspieltraining fest zu unserer Arbeit.

Wir experimentieren mit Ausdruck, Körpersprache und Stimme, entdecken neue Seiten an uns selbst und lernen, aufeinander zu reagieren. Jede und jeder bringt eigene Erfahrungen, Ideen und Stärken mit ein. So entstehen Figuren, die nicht nur gespielt, sondern erlebt werden.

Sobald die Entscheidung für ein neues Stück gefallen ist, beginnt eine intensive gemeinsame Entdeckungsreise. Mit Intuition, Improvisation und vielen kreativen Ansätzen entwickeln wir unsere Rollen und suchen nach ihrem ganz eigenen Charakter. Dabei begleiten uns unsere Regisseurinnen und Regisseure, fördern unsere Stärken und helfen uns, neue Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken.

Doch eine Theateraufführung besteht aus weit mehr als den Menschen auf der Bühne. Gemeinsam entwerfen wir Bühnenbilder, entwickeln Kostüme, wählen Musik aus und planen Licht und Atmosphäre. Viele helfende Hände arbeiten vor und hinter den Kulissen daran, dass aus einer Idee eine Inszenierung wird, die unser Publikum begeistert.

Denn genau das ist unser Ziel: Menschen mit Theater zu berühren, zum Lachen, Nachdenken und Staunen zu bringen – und dabei selbst jedes Mal aufs Neue die besondere Magie zu erleben, die entsteht, wenn sich der Vorhang öffnet.

Proben